22. October 2017
"Ano Sergoula":
Dieses Dorf mit seinen ca. 55 dort ganzjährig ansässigen Bewohnern, zählt wohl zu den wenigen Bergdörfern Griechenlands, das in beschränktem Maße noch Ackerbau und Viehzucht betreibt. Die Menschen leben hier noch im Rhythmus der Jahres-/ Tageszeiten und führen dementsprechend ein beschauliches, geruhsames, überdies einfaches Leben. Im Einklang mit der Natur strahlt das Bergdorf Sergoula eine besondere Ruhe aus und bietet einem die Möglichkeit sich wirklich zu entspannen. Etwas abseits des hektischen Lebens gelegen, vergisst man hier sofort den Alltagsstress und kann völlig abschalten.
In den Sommermonaten und an Ostern geht die Einwohnerzahl leicht nach oben, da der ein oder andere Verwandte zu Besuch in den Ferien ist. Einmal im Jahr, gegen Ende August, ist aufgrund des Dorffestes richtig was los, wenn Leute von nah und fern zum Feiern kommen.

Wandern und Radfahren:
Gerade für Wanderer ist die Gegend geradezu Ideal, da es immer was zu entdecken gibt, wenn man auf den Pfaden der Geschichte Sergoulas wandelt. Besonders reizvoll ist der Fußweg vom Stranddorf ins obere Dorf (ca. 1Std. Gehweg, wenn man zügig läuft und etwaige Pausen nicht einberechnet) da man Olivenhaine, ferner Gärten durchquert, in denen Zitronenbäume und viele andere mediterrane Gewächse gedeihen. Einen großen Teil des Weges geht es entlang des Bewässerungskanals für die Felder, der mal tosend in die Tiefe stürzt, mal ruhig vor sich hin plätschert und eine willkommene Erfrischung darstellt. Der atemberaubende Ausblick auf die Küste, sowie die Berglandschaft des gegenüberliegenden Peloponnes versüßen einem den Aufstieg, laden immer wieder zum Verweilen, und spätestens wenn der Wanderfreund die paradiesisch anmutende "Flewa" erreicht, sind jegliche Strapazen vergessen. Von hier aus kann man sich nun wieder an den Abstieg machen oder geht das letzte Stück aufwärts (ca. 15min.) nach Ano Sergoula. Von der Flewa aus, kann man einem Weg nach Osten folgend, an den ins Tal fließenden Fluß "Polistavro" kommen, der früher einen großen Nutzen für die in Paralia Sergoula befindliche Mühle gebracht hat und je nach Jahreszeit einen unterschiedlich hohen Wasserpegel erreicht. Wer dem Flussverlauf nach Norden nachgeht, kommt unweigerlich an einen Punkt, wo es wegen steil aufragender Felsen nicht mehr weiter geht und der Fluß sich in den Berg verläuft. Oberhalb dieser Stelle, befindet sich eine Höhle "Spilaeo", die vom Fluß aus nicht zu sehen ist und somit eine gute Spürnase erforderlich macht. Der Legende nach muß jeder der sich dort hinein wagt ein Holzkreuz in den Fels stecken, um wieder heraus zu kommen. Ob man nun daran glaubt oder nicht, Platzangst sollte man zumindest nicht haben, da man einige Meter bäuchlings kriechen muß, ehe man wieder aufrecht stehen kann. Außerdem sollte man eine sehr gute Taschenlampe dabei haben, da absolut kein Licht ins Innere reicht, um u.a. die Tropfsteine an der Decke zu sehen. Auf wundersame Weise, befindet sich am Ende der Höhle eine Quelle, die auch schon mal soviel Wasser spendet, daß der Einstieg in den Hohlraum unmöglich wird.
Für die etwas mutigeren und abenteuerlustigeren Wanderer, wäre es theoretisch möglich immer dem Flussbett entlang von "Paralia Sergoula" aus, sich bis zur Höhlengegend hoch zu arbeiten, was jedoch die ein oder andere kleinere Klettertour erforderlich macht und es schon mal passiert, dass man bis zur Hüfte im Wasser steht.
Wer ein gutes Mountainbike besitzt könnte den neueren Weg von Ano Sergoula nach Palichori mit dem Fahrrad wagen. Die Trampelpfade bzw. Eselswege in die jeweiligen Örtlichkeiten sind jedoch aufgrund des unwegsamen Geländes nur per pedes zu bewältigen. Die Straße von Paralia Sergoula zum Bergdorf (ca. 20min. mit dem Auto) ist zwar gut geteert, doch für den Aufstieg mit dem Fahrrad sollte man doch schon in sehr guter Form sein, wegen den nicht zu knappen und steilen Serpentinen. Überhaupt sollte man nur die weniger befahrenen Straßen direkt entlang der Küste abradeln, da die Nationalstraßen ein starkes Verkehrsaufkommen besitzen und die Fahrweise der Autos zuweilen sehr gewöhnungsbedürftig ist.
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