12. December 2017
"Geschichte des Dorfes Sergoula":
Die Geschichte des Dorfes "Sergoula" reicht bis weit in das 15. Jahrhundert zurück, wobei sich der Siedlungsbereich im Laufe der Zeit mehrmals änderte. Grundsätzlich kann man sagen, daß die Bevölkerung aufgrund zeitgeschichtlicher Ereignisse talwärts wanderte. Der erste Ort mit dem Namen "Palichoria" (ab 14.-15. Jhd.) lag versteckt auf einem Plateau im Bergmassiv des "Trikorfo" (Drei Spitzen), in etwa 1.500m Höhe. Später wanderte die Bevölkerung weiter nach unten und nannte diese Niederlassung "Paleochori" (ab 16. Jhd./ 940m. ü. M.), welche von einigen wenigen Bewohnern bis ca. 1985 bewohnt wurde, zuletzt nur mehr von 2 Einwohnern. Bis vor ein paar Jahren noch, konnte man dieses Dorf nur sehr mühsam mit dem Geländewagen erreichen, üblicher Weise ging man zu Fuß oder mit dem Esel. Jedes Jahr im August pilgern die "Sergoulaner" nach wie vor zum Kirchenfest, wobei heute eine besser ausgebaute Strasse dorthin führt und somit nur noch wenige mühsam über den alten Weg wandern. Von "Paleochori" zogen die Menschen dann abermals weiter Richtung Küste und siedelten sich etwas unterhalb des heutigen "Ano Sergoula" an. Hierbei handelt es sich um eine versteckte Senke in der Berglandschaft, teilweise durchsetzt mit riesigen Platanen, mit dem Namen "Paleospitia" (ab 17. Jhd.). Außer Ruinen und die Überreste der zerfallenen Kapelle "Agios Nikolaos", welche ein Schmuckstück gewesen sein soll, sind keine Zeugnisse dieser Ansiedlung erhalten geblieben. Im Gegensatz zu dem eher kargen und schwer zu bewirtschaftenden Boden der beiden vorherigen Dörfer, war diese neue Umgebung geradezu paradiesisch. Mit seinen unzähligen Naturquellen feinster Qualität ist diese Umgebung sehr fruchtbar, sowie ertragreich und sichert bis heute die Trinkwasserversorgung der beiden Dörfer. Dieser immergrüne Ort mit dem heutigen Namen "Flewa", bezaubert jeden durch seine dichte Flora, sein Mikroklima und seine ganz eigene Stille, welche vom beruhigenden Rauschen des Quellwassers untermalt wird. Eine uralte Mühle aus dem 18. Jhd. komplettiert das idyllische Bild dieses einzigartigen Fleckchen Erde und der vor ein paar Jahren gegründete Heimatverein bemüht sich um dessen Erhalt, indem er die steinernen Zeugen vergangener Zeit unter Denkmalschutz stellen will. Mit dem Ende der Herrschaft des Osmanischen Reiches Mitte des 18 Jhd. zogen die Leute wieder etwas bergauf, in das heutige, pittoreske Dorf "Ano Sergoula" (600m. ü. M.), das geschützt in der Bergwand des Trikorfo liegt und einen herrlichen Ausblick auf den korinthischen Golf hat. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und des Bürgerkrieges begannen die Ersten dann mit der Besiedelung, des sich in Meeresnähe befindlichen "Paralia Sergoula", dessen Bedeutung im Zuge der Landflucht gerade in den letzten Jahren wieder zugenommen hat, bietet es doch am Wochenende und im Urlaub für die gestressten, arbeitstätigen Großstädter einen Hort der Erholung, sowie Entspannung.
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