12. December 2017
Geschichte der Olive
Als Nahrungsmittel taucht die Olive zum ersten Mal vor ca. 9000 Jahren auf, man vermutet daß sie ursprünglich zunächst in Vorderasien Verwendung fand, wobei es sich hierbei noch um die Früchte des wilden Olivenbaums handelte.
Denn als eine der ältesten Kulturpflanzen im Mittelmeerraum ist nicht mehr genau zu sagen, wann und wo die ersten Olivenbäume gewinnbringend zur ölgewinnung angebaut wurden. Sicher ist jedoch, daß der Olivenbaum bereits in der Antike bei den Hebräern, Ägyptern, Griechen und Römer als Nutzpflanze bekannt war. So diente z.B. auf Kreta die Olive schon 6000v. Chr. als Nahrung und deren Kultivierung hatte schließlich einen entscheidenden Anteil am Reichtum der Minoer, womit gerade dadurch erst der Grundstein zu deren Hochkultur gelegt wurde. Die Bewohner des Mittelmeerraums nutzten somit die Tafeloliven und v.a. das Olivenöl zum Essen, aber ebenso für therapeutische, kosmetische, sowie religiöse Zwecke, weiterhin wurde es als Opfergabe für die Götter hergenommen.
So ist in der griechischen Mythologie der Olivenbaum ein Geschenk der Göttin Athene, die dafür von Göttervater Zeus die Schutzherrschaft über Attika erhielt und nicht Poseidon, der mit seiner Salzquelle das weniger sinnvolle Präsent für die Athener bereithielt. Wie groß der Stellenwert des Olivenbaums im alten Griechenland war, sieht man daran, daß er ab dem 5. Jhd. v. Chr. unter speziellem Schutz stand. So war es nach der Gesetzesgrundlage des Solon, der zu den „Sieben Weisen“ zählte, nicht erlaubt mehr als zwei Olivenbäume pro Jahr in einem Feld zu fällen. Der bedeutende Philosoph Aristoteles berichtet sogar, daß derjenige, der einen veredelten Olivenbaum fällte, mit der Todesstrafe zu rechnen hatte. Bei den antiken Olympischen Spielen war ein Kranz aus Olivenzweigen das Zeichen des Sieges und selbst das Essen zur Vorbereitung auf die Wettkämpfe bestand hauptsächlich aus einer besonderen olivenhaltigen Diät.
Auch im Alten und Neuen Testament spielen der Olivenbaum und dessen Öl immer wieder eine tragende Rolle. In der biblischen Tradition ist der Olivenbaum göttlichen Ursprungs, und seine Kultur geht hier bis auf die Zeiten von Adam und Eva zurück. Als Zeichen für das Ende des Unheils, dargestellt in Form der Sintflut, überbringt eine Taube dem Noah auf der Arche ein frisches Olivenblatt und wird somit zum Symbol für Freude, Frieden, sowie Sieg. Im Christentum ist der Olivenbaum ein Symbol für das ewige Leben und Olivenöl findet noch heute in den heiligen Sakramenten der Kirche seine Verwendung, so z.B. bei der Taufe, der Firmung, sowie bei der Krankensalbung/Letzten Ölung. Zum Teil dienen noch heute mit Olivenöl gespeiste Öllampen, gerade in der orthodoxen Ostkirche, als Beleuchtung oder Ewiges Licht in Kirchen und auf Gräbern.
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